Wer mit Computer und Internet arbeitet, weiß, dass sich die neuen Medien hervorragend für die Portfolioarbeit nutzen lassen. Was braucht man für ein E-Portfolio? Julia Born nennt zentrale Aktivitäten, die unterstützt werden müssen, Klaus Himpsl beschreibt technische Anforderungen, die für Portfolioaktivitäten gebraucht werden.
1. E-Portfolio:
Verschiedenste Aktivitäten und ansprechende Präsentation
2. Eine Vision: Was könnte ein E-Portfolio leisten?
3. E-Portfolio-Software:
Pädagogische Anforderungen, aktuelle Evaluation
1. ePortfolio: Verschiedenste Aktivitäten und ansprechende Präsentation
Wichtig ist ein geeigneter "Behälter"
Zunächst einmal möchte ich anknüpfen an unsere Kurzbeschreibung des Portfolios: Portfolioarbeit ist zunächst einmal formatunabhängig (mehr). Ganz unterschiedliche "Behälter" können genutzt werden:
- Zum Sammeln kann man jeden geeigneten Behälter wählen: Eine Kiste, eine Sammelmappe, eine Tasche, ein Online-Verzeichnis ...
- Zum
Präsentieren wählt man in der Regel ein Format, das die Dokumente in
einer festliegenden Reihenfolge darstellt. Das kann ein Ordner sein,
realer Art oder - beim ePortfolio - eine Zusammenstellung, die online
verfügbar ist.
Ein Format, das verschiedene Aktivitäten ermöglicht
Ausschlaggebend ist, dass das gewählte Format die verschiedenen Tätigkeiten unterstützt:
- Sammeln, datieren und kommentieren von Dokumenten und Artefakten.
- Über die Bedeutung der einzelnen Dokumente und Artefakten nachdenken, auswählen und die Auswahl erläutern.
- Sich zum Ergebnis eine Rückmeldung einholen können, es überarbeiten. Sich selbst als Autorin oder Autor vorstellen. Und dann das Portfolio präsentieren!
- Ggf. auch hier Rückmeldungen bekommen und diese dokumentieren können.
- Bei Bedarf die Produkte korrigieren, anders zusammenstellen oder neue Elemente einfügen.
Wer mit Computer und Internet arbeitet, dem ist beim Lesen deutlich geworden, dass dies mit Hilfe der neuen Medien hervorragend zu leisten ist. Deshalb ist es in vielen Fällen naheliegend, sie dafür zu nutzen!
Weitere Merkposten
-
Ein Merkposten ist dabei, dass die Bedienung einfach ist und dass man sich schnell einarbeiten kann.
- Die Datensicherheit muss gewährleistet sein sowie die eindeutige Trennung zwischen öffentlichen und privaten Daten.
- Auch eine ästhetische Gestaltung ist wichtig. Wer ein Online-Portfolio gestaltet, sollte darauf stolz sein können und es gerne anderen zeigen.
Das stärkt Selbstverantwortung und Selbstwirksamkeit.
2. Eine Vision: Was könnte ein E-Portfolio leisten?
- Als Eltern buchen wir bei der Geburt unseres Kindes einen persönlichen Portfolioraum für unsere Tochter, unseren Sohn. Dort sammeln wir: Fotos, Filme, Erinnerungen. Das erste Weihnachtsfest. Der dritte Geburtstag.
- Wenn das Kind in die Schule kommt, wird ein neuer Raum eröffnet, der für die Lehrerin, das Kind selbst und die Eltern zugänglich ist. Dort werden schulische Werke, besondere Leistungen, Zeugnisse,... gesammelt. Es gibt verschiedene Bereiche für die einzelnen Fächer. Ab der fünften Klasse übernimmt das Kind selbst die Verantwortung für sein Portfolio.
- Und mit 14 Jahren wird ein neuer, öffentlicher Raum eingerichtet: "Meine Kompetenzen und Fähigkeiten".
Weiterhin wird der private Bereich des Portfolios gefüllt. Und sorgsam wird Schritt für Schritt auch der öffentliche Bereich gestaltet und regelmäßig überarbeitet. Denn der begleitet einen auch in der Ausbildung und der beruflichen Tätigkeit.
- Praktisch: Als Erwachsener kann man - ganz abgestimmt auf die jeweiligen Tätigkeitsschwerpunkte - für einen Arbeitgeber die Dokumente in einem eigenen, geschützten Raum neu zusammenstellen und sich damit bewerben.
Ein solches Portfolio wäre Teil einer umfassenden Kommunikations- und Kooperationsplattform, die Lern-, Austausch- und Arbeitsprozesse ermöglicht und uns über lange Zeit hinweg begleitet.
- Zukunftsweisend: Initiativen der EU - mehr
3. E-Portfolio Software:
Pädagogische Anforderungen und aktuelle Evaluation
Vorteile der
Online-Kommunikation und -Kollaboration ausnutzen
Ist Microsoft Powerpoint eine
E-Portfolio-Software? Oder MySpace? Oder eine Plattform wie
rpi-virtuell? Die Frage ist in der Tat nicht leicht zu beantworten,
weil
-
viele unterschiedliche Software-Systeme für die Erstellung eines Portfolios genutzt werden können
- dezidiert als E-Portfolio-Software entwickelte Produkte noch kaum am Markt sind
- und sich überhaupt die Frage stellt, ob EIN System zu verwenden der richtige Ansatz ist.
Zukunftsvisionen
skizzieren eine verteilte Softwarearchitektur, bei der auf
verschiedenen Webservern und -diensten Teile des persönlichen
Portfolios abgelegt werden und sich irgendwo eine Schaltzentrale
befindet.
Dabei sind allerdings etliche Fragen noch ungeklärt und die
technologische Umsetzung insbesondere hinsichtlich der Datensicherheit
noch im Anfangsstadium der Entwicklung. Nichtsdestotrotz werden
webbasierende Systeme favorisiert, um die Vorteile der
Online-Kommunikation und -Kollaboration ausnutzen zu können.
Anforderungen an E-Portfolio-Software
Aus
pädagogischer Perspektive müssen folgende Anforderungen an eine
E-Portfolio-Software gestellt werden:
-
Die Daten "gehören" den Lernenden, und nur sie selbst bestimmen, wer wann Zugriff auf Teile des Portfolios hat.
- Die Software muss wenigstens drei verschiedene Einstellmöglichkeiten
des Datenzugriffes bieten: völlig unsichtbar für andere,
eingeschränkter Zugriff innerhalb einer Lerngruppe, öffentlicher
Zugriff auf Teile des Portfolios.
- Die Software muss Feedbackmöglichkeiten zum Portfolio bieten.
- Die Software darf kein "Datensilo" darstellen, d.h. Export und Weiterverwendung der Daten muss gewährleistet sein.
Aktuell: Evaluation verschiedener Softwaresysteme
Im
Auftrag des österreichischen Bundesministeriums für Wissenschaft und
Forschung werden zur Zeit verschiedene Softwaresysteme hinsichtlich
deren Verwendbarkeit für Hochschulen evaluiert.
Erste Ergebnisse werden
noch im September 2008 veröffentlicht und können zu weiten Teilen auch
auf den Schuleinsatz übertragen werden. Eines der empfohlenen Produkte
stellt die Open-Source-Software Mahara aus Neuseeland dar.
Klaus Himpsl
(Donauuniversität Krems)
- Mahara:
E-Portfolio Software mit Community-Konzept - mehr
- Zum Beispiel:
Portfolios in Schule, Universität und Beruf - mehr
Themenwochen Online-Lernen
Neue Medien im Einsatz.
Das Online-Magazin in zweimonatigem Turnus!
- September 2008: Portfolio und E-Portfolio
"Keine Methode, sondern eine Einstellung!"
Inhaltsverzeichnis: mehr
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