Die der FDP nahe stehend Friedrich-Naumann-Stiftung hat ihren Freiheitspreis dieses Jahr der Soziologin und Frauenrechtlerin Necla Kelek zugedacht. Im November wird die Verleihung in der Frankfurter Paulskirche stattfinden. Necla Kelek, selbst mit islamisch geprägter Biografie, hat ein zweifelhaftes Verhältnis zu ihrer eigenen Religion entwickelt, der sie pauschal immer wieder Rückständigkeit und Schlimmeres attestiert. So ist sie in der Öffentlichkeit durch ihre Attacken gegen den Islam bekannt geworden und wird von manchen sog. Aufklärern inzwischen besonders geschätzt.
Da stimmt es schon nachdenklich, wenn ausgerechnet der u.a. von bekannten islamischen Pädagoginnen gegründete Liberal-Islamische Bund (LIB) gegen diese Art der Islam-Einschätzung protestiert. In einer Erklärung vom 22. Juli macht der LIB darauf aufmerksam, dass den aufrichtigen Muslimen in unserem Land durch diese zusätzliche öffentliche Belobigung weiter geschadet wird. Einer liberal-geprägten Bürgergesellschaft tut eine solche Polarisierung wahrhaftig nicht gut. Die abgebildete Moschee in Duisburg-Marxloh ist ein Beispiel dafür, dass nicht undifferenzierte Polemik, sondern die offene Begegnung zwischen Menschen verschiedenener Religionen Frieden fördernde Früchte trägt.