1. Tariq Ramadan und das Scheitern seines Reform-Islam
Wegen unerlaubter Nebentätigkeit für einen vom iranischen Regime finanzierten Fernsehsender in London hat der als Islam-Reformer bekannt gewordene Tariq Ramadan seine Gastprofessur an der Erasmus-Universität Rotterdam verloren. Auch seine Beratertätigkeit für die Multikulti-Stadt Rotterdam hat abrupt ein Ende gefunden.
Es ist allerdings nicht leicht, sein theologisches Reformprojekt im Blick auf die Moderne einzuschätzen. Der Tagesspiegel hat im Sinne von Orientierung eine recht positive Besprechung seines Buches "Radikale Reform. Die Botschaft des Islam für die moderne Gesellschaft" (Diederichs 2009) vorgelegt (Rezension hier).
Dies alles zeigt, wie heikel sich der Umgang mit dem Islam in Europa konkret auswirkt. Darauf macht Qantara.de aufmerksam.
2. Multikulturalität und Angst vor religiösem Pluralismus
Sozusagen als parallele Bestätigung kann eine Forschungsanalyse der Universität Münster unter Leitung von Prof. Dr. Detlef Pollack dienen. Sie hat als ein Ergebnis, dass etwa die Hälfte aller Deutschen religiöse Vielfalt als Bedrohung empfinden. Auf der andern Seite aber befürworten 75% der Befragten einen islamischen Religionsunterricht, wie die WAZ zusammenfassend darstellt. Ausführlicher kommentiert das Handelsblatt.
3. Schadensbegrenzung durch den NATO-Generalsekretär?
Und zu guter Letzt versucht der dänische NATO-Generalsekretär Rasmusssen durch die Betonung seines Respekts vor dem Islam im Rahmen eines Iftar-Essens in Ankara gut Wetter zu machen, zumal er wegen der Mohammed-Karikaturen islamisch in ein schiefes Licht geraten war. Eine neue Strategie gegenüber dem Islam oder doch nur Taktik?