Lernplattform in Aus- und Fortbildung: "Transfer, Kompetenzorientierung und Individualisierung"

Leonhardt | 15 April, 2009 00:28

In Online-Seminaren macht Julia Born Aus- und Fortbildner für das Lehren und Lernen mit Online-Plattformen fit. Daneben berät sie Einrichtungen bei der Entwicklung von Online-Konzepten. Traditionell verläuft Lehreraus- und Fortbildung jedoch weitgehend ohne Online-Unterstützung. Warum soll das nicht so bleiben, wollte Martin Leonhardt, selbst in der Lehrerausbildung tätig, von ihr wissen. 

Als Referentin für den evangelischen Religionsunterricht an bayerischen Realschulen führte Julia Born (mehr) 2003 ihr erstes online unterstütztes Seminar durch. Inzwischen ist sie zuständig für die Fortbildungsangebote, die regelmäßig bei rpi-virtuell stattfinden:

  • In Start- und Seminarworkshop und künftig auch im eTool-Workshop (in Vobereitung) kann man in vier Wochen die technischen Kompetenzen für den Umgang mit der Plattform gewinnen.
  • In den Online-Seminaren Modul A, B und C erwirbt man das Knowhow für die Durchführung von online unterstützten Angeboten in Aus- und Fortbildung.

"Transfer, Kompetenzorientierung und Individualisierung"
  • Online-Lernen im Kommen - auch in Lehreraus- und Fortbildung
  • Anderes Medium erfordert andere Erfahrungen und Kompetenzen
  • KursteilnehmerInnen werden anschließend selbst aktiv
  • Beziehungsqualität in der Online-Zusammenarbeit
  • Knackpunkt Technik? Schulung und Support
  • Kommende Fortbildungen bei rpi-virtuell
    Das Interview als PDF-Datei: mehr

Online-Lernen im Kommen - auch in Lehreraus- und Fortbildung

Lehreraus- und Fortbildung lief bisher ohne Online-Unterstützung. Warum soll das nicht so bleiben?
Ja, es gibt immer noch Aus- und FortbildnerInnen, die  einen großen Bogen um die neuen Medien machen. Das ist aber eine Frage der Zeit.
Denn Untersuchungen ergeben, dass es für die meisten Lehrerinnen und Lehrer inzwischen ganz selbstverständlich geworden ist, Online-Angebote zur Unterrichtsvorbereitung zu nutzen.(1) Praktisch alle Jugendlichen haben privat Zugang zum Internet und nutzen es auch, vor allem zum Kommunizieren und zur Unterhaltung.(2)

Baden-Württemberg: Online unterstützte Lernen in der Ausbildung vorgeschrieben
In Baden-Württemberg zum Beispiel hat das Kultusministerium konsequenterweise  bereits verbindlich vorgeschrieben, dass ein Teil der Inhalte im Fach Pädagogik/Pädagogische Psychologie im Vorbereitungsdienst für alle Schularten nach dem Blended-Learning-Konzept (E-Learning in Verbindung mit Präsenzphasen) vermittelt wird.
Das soll die medienpädagogischen Kompetenzen der angehenden Lehrkräfte stärken. Die Zuständigen in der Lehrerausbildung sind derzeit damit beschäftigt, sich das Knowhow dafür anzueignen.

Mausklick"Virtuelles Zuhause" in der zweiten Ausbildungsphase

Welche Vorteile bietet denn diese Ausweitung auf die neuen Medien noch?
Mit Online-Unterstützung erweitern Sie Ihre Möglichkeiten: Für die angehenden Lehrkräften in der zweiten Ausbildungsphase, die dezentral in Einsatzschulen tätig sind, bietet eine Lernplattform ein "virtuelles Zuhause", in dem sie sich Informationen, Materialien und Unterstützung holen können.
Zu den Vorteilen des online unterstützten Lernens gehört daneben natürlich die Chance, Lernzeit und -ort selbst zu wählen. Auf der Plusseite steht auch die Ersparnis von Reisezeit und -kosten sowie Unterbringung.

Ermöglicht Transfer, Kompetenzorientierung und Individualisierung
Etwas anderes finde ich aber noch wichtiger. Bei Präsenzfortbildungen stellt sich ja immer die zentrale Frage: Wie schafft man es, dass die Inhalte auch wirklich in der Klasse ankommen?
Online-Lernen ist demgegenüber bereits strukturell eingebettet in die persönliche Lebens- und Arbeitswelt. Das ermöglicht es, etwas im Online-Seminar Gelerntes gleich im Unterricht zu erproben, die eigenen Erfahrungen wieder im Seminar zu reflektieren und das eigene Vorgehen zu optimieren. Also Kompetenz orientiertes Lernen pur.
Und die individuellen Voraussetzungen - Vorwissen, Interessen, Arbeitssituation - fließen optimal mit ein.

MausklickAnderes Medium erfordert andere Erfahrungen und Kompetenzen

Ich selbst bin seit fünf Jahren in der Lehrerausbildung tätig, habe also bereits einige Erfahrungen darin. Wieso brauche ich da nun zusätzliches Knowhow?
Wissen Sie, Sie können mit einer Online-Plattform auf zwei Leveln arbeiten:
Sie können die Plattform rein distributiv nutzen und Informationen und Materialien für die Teilnehmenden zum Herunterladen verfügbar machen.
Das macht durchaus Sinn, denn es spart Aufwand und Kosten. Für die Teilnehmenden ist es ein Vorteil, dass die Inhalte jederzeit auf Abruf zur Verfügung stehen. Dafür brauchen Sie ein bisschen technische Einarbeitung, sonst nichts.

Wollen Sie darüber hinaus auf der Online-Plattform die Lernmöglichkeiten für die Teilnehmenden erweitern, Unterstützungsangebote bereitstellen und sie zu selbst gesteuertem, professionellen Lernen befähigen - auch in Hinblick auf ihre künftige Unterrichtstätigkeit! - dann brauchen Sie dafür ein passendes didaktisches Konzept und eine entsprechende Herangehensweise.

Eigene Kompetenzen gezielt erweitern
Selbstverständlich schöpfen Sie dabei aus Ihrem fachlichen und pädagogischen Wissen. Aber ein guter Romanautor ist nicht automatisch auch ein guter Filmregisseur. Es handelt sich hier um ein anderes Medium, das andere Erfahrungen und Kompetenzen erfordert.

Wer online unterstützte Angebote macht, sollte zum Beispiel die Phasen der Online-Sozialisation kennen, wie sie in einem Kurs ablaufen. Er sollte mit Online-Kommunikationen, ihren Charakteristiken und Konventionen vertraut sein. Und vor allem sollte er die spezifische Situation und typische Prozesse des Online-Lernens kennen, um die didaktische Planung und das eigene Verhalten darauf abzustimmen.

MausklickKursteilnehmerInnen werden anschließend selbst aktiv

Und das lernt man in Ihren Seminaren? Funktioniert das denn: Setzen die Absolventinnen und Absolventen das auch in ihrer Tätigkeit ein?
Ja, das eignen Sie sich bei uns an:

  • Modul B macht Sie mit der Lernersituation, Online-Kommunikation und Moderationsaufgaben vertraut.
  • Modul C vermittelt Ihnen, darauf aufbauend, ein Konzept zur didaktischen Planung und Leitung von Online-Lernangeboten. Damit Sie die mit dem online unterstützten Lernen verbundenen Vorteile auch optimal nutzen können.
  • Modul A richtet sich an Personen, die Lust haben, als Supporter andere bei der Bedienung der Plattform zu unterstützen.

Eine ganze Reihe unserer KursteilnehmerInnen sind inzwischen selbst aktiv. Ein gutes Beispiel ist die Reihe "Update" des RPZ Kronberg. Hier besteht eine enge Zusammenarbeit. Sehr stolz bin ich auch auf die kompetenten FortbildnerInnen und ModeratorInnen, die unsere eigenen Angebote durchführen. Sie haben alle unsere Fortbildungen durchlaufen.

Gibt es da eine Teilnahmebescheinigung oder ein Zertifikat?
Selbstverständlich erhalten Sie - wie bei anderen Fortbildungen auch - eine Teilnahmebescheinigung. Wir bieten Ihnen darüber hinaus die Möglichkeit, das Zertifikat "Mit Erfolg teilgenommen" zu erwerben. Das ist ein Nachweis, dass Sie bestimmte Kursanforderungen belegbar erfüllt haben. Das Zertifikat enthält eine detaillierte Aufstellung Ihrer Leistungen.

MausklickBeziehungsqualität in der Online-Zusammenarbeit

Sie selbst machen ja überwiegend reine Online-Angebote. Wie ist das denn: Klappt so etwas besser, wenn man sich schon vorher persönlich kennt? Gibt es da überhaupt so etwas wie einen persönlichen Austausch?
Das ist vielleicht das Überraschendste, was unsere Teilnehmerinnen und Teilnehmer immer wieder feststellen: Beziehungsqualität entsteht auch in der Online-Zusammenarbeit.

Die allermeisten Teilnehmenden kenne ich vorher nicht. Doch wenn wir dann zehn Wochen regelmäßig miteinander Berührung haben, dann nimmt man sich gegenseitig sehr intensiv wahr. Ich stelle das immer wieder fest, wenn die Seminare enden: Das ist ein echtes und emotionales Abschiednehmen.
Und es bleibt eine Bindung: Man freut sich, wenn man sich wieder real - zum Beispiel bei der Fachtagung - oder virtuell auf der Plattform begegnet.

MausklickKnackpunkt Technik? Schulung und Support stehen bereit

Knackpunkt Technik: Was muss man da können? Und was mache ich, wenn ich ein Seminar durchführe und mein Computer geht plötzlich kaputt?
Bei rpi-virtuell steht ja ein umfassendes Angebot bereit, damit Sie sich fit machen können, was die Bedienung der Plattform betrifft. Die Workshops gibt es als autodidaktische Angebote und als begleitete Online-Seminare. Das sind hervorragende Einführungen.
Modul B ist gleichzeitig so konzipiert, dass Sie mit den grundlegenden Angeboten der Plattform vertraut gemacht werden. So bekommen Sie Erfahrung mit den Werkzeugen und ihren Einsatzmöglichkeiten.

Und wenn der Computer kaputt geht - wissen Sie, selbst diese Situation habe ich schon erlebt. Ilse Brunner leitete mit mir ein Online-Seminar. Sie war zum einen ständig auf Reisen. Und dann verabschiedete sich auch noch ihr Laptop ... Bei einer Lernplattform ist das kein Problem: Im nächsten Internetcafe oder bei Kollegen hat sie sich eingeloggt und war wieder im Seminar präsent.

Im übrigen bietet rpi-virtuell auch einen Support, der online oder telefonisch erreichbar ist, und der Sie als Leiter eines Lernangebots bevorzugt unterstützt.

Kommende Fortbildungen bei rpi-virtuell

Wann finden denn Ihre nächsten Seminare statt?
Ja, Sie sind bei uns herzlich willkommen:

  • Die aktuellen Fortbildungsangebote finden Sie auf dieser Seite zusammengestellt - mehr
  • Und für Fragen stehe ich gerne zur Verfügung - mehr

    Das Interview als PDF-Datei: mehr

Das Interview führte Martin Leonhardt.

Weiterlesen

  • Seminarmaterialien zum Nachlesen: Das eLearning-Praxisbuch
    Online unterstützte Lernangebote in Aus- und Fortbildung konzipieren und begleiten. Ein Hand- und Arbeitsbuch. Schneider Verlag Hohengehren
    Info bei Amazon: mehr
  • Lernplattform in der Lehrerfortbildung:
    Professionelle Lerngemeinschaften und schulinternes Wissensmanagement
    Interview mit Erwachsenenbildner Stefan Kugler - mehr

(1) Pädagogik-News: Lehrer nutzen das Internet vor allem zu Unterrichtsvorbereitung. - mehr

(2) vgl. KIM- und JIM-Studie, Medienpädagogischer Forschungsverbund Südwest. - mehr

 


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