Selbstverletzung, Selbstvertrauen, Ich und Du - eine neue Arbeitshilfe zu alten Fragen ...

ReinerAndreasNeuschaefer | 12 Mai, 2009 21:12

Stefanie Pfister: Ich gegen mich. Kopiervorlagen zum Thema Selbstverletzung, Selbstbewusstsein, Identität, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2009

... Religionsunterricht mit Profil 

Dieses Buch aus der Feder von Dr. Stefanie Pfister aus dem Münsterland zeugt von der reichen Erfahrung als Sport-, Deutsch-, Informatik- und Religionslehrerin an  einer Realschule mit sämtlichen Herausforderungen des Schulalltags. Mit Ihren Vorschlägen malt sie vor Augen, wie wichtig ein als Religionsunterricht ist, der auch bei einer "Problemorientierung" seine eigenen Wurzeln und den Reichtum des christlichen Glaubens nicht außer Acht lässt.

 (weiter)

Weltreligionen für Kinder - eine ganz eigene Herausforderung!

ReinerAndreasNeuschaefer | 07 Mai, 2009 10:47

Karin Schmidl; Christoph Heuer:

Paul und die Weltreligionen - Christentum

München: Pustet Verlag 2008,

ISBN  978-3791338309

Kind-gerechte Darstellung in Text und Bild

Dieses Buch überzeugt von der ersten bis zur letzten Seite!
Es malt für Kinder die christliche Religion so anschaulich vor Augen, dass es eine Freude ist, in diesem Buch mit Kindern zu schmökern. Sowohl die einprägsamen Illustrationen und Bilder als auch der elementare Text sprechen für sich.


Vielfalt fantastisch vor Augen gemalt

Dabei ist vor allem die Vielfältigkeit der Lernzugänge eine Freude für jeden Pädagogen: Landkarten, Personen, Ereignisse, Sachen, Fotos, Bilder, Erklärungen, Geschichten, Symbole, Comics, Zeitgeschichtliches und noch vieles mehr!
Die Identitätsfiguren Paul und Lisa überzeugen durch ihre kurzen, klaren Dialoge, die signalisieren: Fragen sind oft wichtiger als Antworten, und: keine Frage ist zu "dumm".
Das Lay-out ist ausgesprochen feinfühlig und hintersinnig durch vielerlei Bezüge zu Text und Bild. Dabei gehen die Comics weit über das hinaus, was sonst in christlichen Comics zu entdecken ist!

Überzeugendes Lay-out

Ein Glossar erklärt noch einmal knapp und einfach, aber eben nicht simpel!
Auch wenn das Buch ursprünglich aus und für die Museumsarbeit entstanden ist, sollte es in jeder Schul- und Lehrerbibliothek im Regal stehen, damit junge Menschen noch mehr verstehen, welche Spuren der christliche Glaube in Kultur, Architektur, Sprache und Alltag hinterlassen hat.

Hier erscheint Religion nicht nur in "trockenen Formen" wie Texten und Sachen. Vielmehr kommt der kommunikative Charakter und die Vielfältigkeit christlichen Glaubens zum Tragen. Tragfähig ist dabei auch die ökumenische Ausrichtung, was bei Religionen-Büchern zum Christentum eher selten ist (zumeist überwiegt die römisch-katholische Ausrichtung des Christentums!).

Ein rundum überzeugendes Buch zum Christentum, das überaus empfehlenswert ist! 

Lehrer und Lehrerin - ein gesunder Beruf und ein gesundes Buch ...

ReinerAndreasNeuschaefer | 04 Mai, 2009 13:45

Dirk Kutting: Lehrer und Gesundheit, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2009

Ein rundum überzeugendes Buch, das das Thema "Lehrer und Gesundheit" in ansprechender Weise zur Sprache bringt - nämlich systemisch-dialogisch (ohne in einem künstlichen Zwiegespräch mit einem vermeintlichen Leser zu sein).

Eine gesunde Sprache und gesunde Themen

Die Sprache des Autors ist selbst schon heilsam, tiefgründig und zugleich angenehm leicht zu lesen - selbst bei eher fachlich ausgerichteten Passagen! Ein besonderes Bonbon ist dabei der zumeist unterschwellige, zuweilen aber auch offensichtliche Humor des Autors, der es damit schafft, auf leichte Weise seine Einsichten und Einblicke nahe zu bringen.

Mit gesundem Humor

Nahezu sämtliche Aspekte der Körperlichkeit einer Lehrkraft wird auf beachtlichen achtzig Seiten von verschiedenen Seiten beleuchtet (Lediglich die Frage der Geschlechtlichkeit und Sexualität bleibt eigenartiger Weise ausgespart!)! Hier geht es von Herz und Hand bis zur Haut. Und manche Einsichten (auf aktuellstem Stand!) gehen tatsächlich unter die Haut und können eine Änderung der Einstellung zum eigenen (und fremden) Körper anbahnen.

Sensible Gedankenimpulse

Viele Gedankenanstöße des erfahrenen, sensiblen Autors, machen tatsächlich nachdenklich:

"Wie könnte unsere Seele, unser Körper, unsere Beziehung und unser Lehrer- und Klassenzimmer entgiftet werde, wenn es uns nicht mehr nur darauf ankäme, auf Kosten anderer selbst gut aussehen zu wollen. Anerkennung und Wertschätzung machen das Gehirn unserer Schüler frei, um lernen zu können. Anerkennung und Wertschätzung machen aber auch unser Gehirn frei für gute Arbeit, die Freude macht." (S. 25)

"Unsere Gedanken und Einstellungen tragen zum Problem bei. Sie können aber auch zur Lösung des Problems beitragen." (S. 34)

"Es gehört zu unserer Professionalität unsere Ohnmacht zu kennen, heilsam zu resignieren und zu wissen, dass die Menschen, mit denen wir es zu tun haben, sie selbst sind und wir sie nicht im Griff haben." (S. 75)

Mit gesundem Humor und gesunder Leichtigkeit

Gerade im mittleren Teil des Buches provoziert Inhalt und Schreibweise immer wieder zu inneren oder tatsächlichen Lachsalven, weil in so befreiend-offener Weise Alltagsprobleme von Blähungen über Verdauung bis hin zum Hast-Essen im Lehrerzimmer nahezu alles für die Lehrergesundheit Relevante zum Tragen kommt.

Ein gesundes Buch!

Der zweite Teil des Buches (S. 93-110) ist dann auch eher abschließend einer "Kultur des gesunden Lehrerdaseins" gewidmet und bietet einen eingängigen Abschluss des Buches!
Einige der Spitzen-Sätze finden sich z.B. auf S. 90:
"Wir können nicht willentlich gesund sein, aber wir können, wenn wir wollen, der Selbstdefinition "krank" den Gehorsam verweigern."
oder:
"Das wesentliche Element des Heilens ist die Fähigkeit, Zuneigung zu empfinden. Das Geheimnis heilender Zuneigung ist es, den anderen gut aussehen zu lassen."

Ein humorvolles, heilsames, tiefgründiges und tolles Buch, das mit Sicherheit vielen Lehrkräften aus der Seele sprechen und ansprechen wird!

Überaus empfehlenswert!

Martin Luther King - beeindruckende Einblicke und Einsichten!

ReinerAndreasNeuschaefer | 25 März, 2009 21:37

Eine Buchbesprechung zu:

Michael Haspel; Britta Waldschmidt-Nelson (Hg.):

Martin Luther King. Leben, Werk und Vermächtnis, Weimar: Wartburg Verlag und Evangelische Akademie Thüringen 2008. ISBN 978-3-86160-230-9, 168 Seiten. 12,80 €

 

... auf dem neuesten Stand der Forschung! 

Mit diesem Buch zu Martin Luther King legt die Ev. Akademie Thüringen einen eindrücklichen Druck vor. Acht Abbildungen ergänzen einen Sammelband voller Einsichten und Einblicke auf dem neuesten Stand der Forschung. Der ansprechend gestalteten Publikation liegt die im April 2008 durchgeführte Tagung zu Leben, Werk und Vermächtnis des amerikanischen Bürgerrechtlers zugrunde, der inzwischen in das „kulturelle Gedächtnis“ schon von Grundschulkindern Eingang findet! Dass dabei oftmals sowohl Facettenreichtum und Widersprüchlichkeit der Persönlichkeit des Friedensnobelpreisträgers zu kurz kommen als auch offene Fragen übergangen werden, wird Seite für Seite vor Augen gemalt.

 

... rund um Rassismus, Rechtsextremismus und Religion! 

Dem modernen „Heiligen“ wird die heilige Zahl von sieben Beiträgen gewidmet. Dabei kommen heilsame Worte und Werte, Persönlichkeit und Probleme zur Sprache, aber auch eine Theologie und Biografie mit allen Herausforderungen für eine heutige Diskussion rund um Rassismus, Rechtsextremismus und Religion:

... mehr als "I have a dream"! 

Das Engagement des „Ich habe einen Traum“-Redners war alles andere als traumhaft und ist auch nicht auf das Eintreten für Gleichberechtigung zu begrenzen. Vielmehr ist bei Martin Luther King der Blick für die soziale Armut und für die Ungerechtigkeit des Vietnamkriegs hervorzuheben. Auch die Rolle der Religion, Kirche und Musik für die Bürgerrechtsbewegung sind bleibende Forschungsfelder, für die der Band eine Basis bietet.

 ... ein vielfältiges Bild! 

So ist Martin Luther Kings Tendenz zur Radikalisierung, wie sie der „Senior“ der King-Forschung Heinrich W. Grosse in seinem biografisch ausgerichteten Beitrag aufzeigt, insbesondere für die Wechselwirkung von Biographie und Theologie aufschlussreich. Der Heidelberger Autor Simon Wendt kommt in seiner ebenso engagierten wie komplexen Analyse zu einem differenzierten Bild des Pazifismus und Protests und korrigiert damit so manches pazifistische Trugbild. Einen überregionalen bis globalen Blick auf die Bürgerrechtsbewegung und den Rassismus werfen die Einsichten des Heidelberger Professors Manfred Berg. Der Direktor der Ev. Akademie Thüringens Michael Haspel nimmt die Rolle der christlichen, theologischen und kirchlichen Grundlagen für das Wirken Kings und der Bürgerrechtsbewegung in Blick, was wunderbar ergänzt wird durch die autobiografischen Erfahrungsberichte einer Tante aus der Familie des früheren Leipziger US-Generalkonsuls Mark Scheland und der US-Außenministerin Condoleeza Rice. Diese zeigen auch, wie der Begriff „Rasse“ eigentlich einer tiefgründigeren Reflexion bedarf – genauso wie das Leben Martin Luther Kings generell. Dies fordert kompetent der King-Biograf Peter Ling: Martin Luther King ist weder auf seine Dream-Rede noch auf seinen Nobelpreis zu reduzieren. Vielmehr ist an den eigenwilligen, unvollkommenen Menschen und Christ(!) zu erinnern, der entgegen seines Namens eben nicht immer ein „König“ war! Kings Wirken konnte lediglich ein Beginn für religiöse und soziale Gerechtigkeit sein. Dieser Kampf dauert bis heute noch an, wie die Münchener Amerikanistin Britta Waldschmidt-Nelson anhand zahlreicher Beispiele erläutert.

... ein beeindruckender Druck! 

Das Lay-out und der Stil sind trotz des akademischen Anspruches ausgesprochen lesefreundlich, zumal sämtliche Anmerkungen extra in einen eigenen Teil an das Ende des Buches verbannt wurden. Die verlegerische Sorgfalt zeigt sich auch in der geringen Anzahl an Druckfehlern - selbst bei den englischsprachigen Passagen. Mit diesem ersten Band der Schriftenreihe „scripturae“ werden Maßstäbe für weitere Publikationen gesetzt! Überaus empfehlenswert!

Wer Opfer nicht schützt, nützt und unterstützt Täter - Meinungen zu Mobbing

ReinerAndreasNeuschaefer | 25 März, 2009 21:08

 

Mobbing – der alltägliche Albtraum

Wer Opfer nicht schützt, nützt dem und unterstützt den Täter

Hier einige einseitige Gedanken zu einem vielseitigen Thema, das nicht nur in Gesellschaft und Schule, sondern auch in Kirchen, Vereinen und Gruppen eine große Rolle spielt, das aber immer wieder herunter gespielt wird ...

 (weiter)

Martin Luther King - mehr als "I have a dream"

ReinerAndreasNeuschaefer | 25 März, 2009 00:00

Medien rund um Martin Luther King

Zu Martin Luther King gibt es eine Menge Medien und Kitsch. Das reicht von hervorragenden Hörbüchern und guten Visuellen Medien bis hin zu zum Teil fragwürdigen T-Shirts mit King-Worten oder Plüschtieren mit dem King-Konterfei. Wo Martin Luther King zu einem grandiosen Glaubenshelden oder makellosen Märtyrer hochstilisiert wird, bleiben viele Facetten und Fragen offen. Daher hier einige empfehlenswerte Medien zur eigenen Auseinandersetzung oder zum Einsatz in Schule und Gemeinde:

 

- Martin Luther King. Ein Hör-Feature von Andreas Malessa, Wetzlar: ERF Verlag 2004. ISBN 978-3-89562-837-9

Diese Audio-CD mit Original-Tondokumenten und Zeitzeugen-Interviews behandelt kenntnisreich und detailliert eine Fülle an Fragen rund um das Werden und Wirken des Bürgerrechtlers. Dabei wird auch die soziale und politische Dimension nicht ausgeblendet. Überaus empfehlenswert auch aufgrund ihrer Spielzeit von fast 50 Minuten!

- Martin Luther King. Ich habe einen Traum. Ein modernes Oratorium von Christian Andreas Schwarz und Siegfried Fietz, Greifenstein: Abakus Verlag 1999. ISBN 978-3-88124-247-9

Dieses moderne Oratorium ist eines der vielen Experimente des christlichen Musikers Siegfried Fietz, der auf dieser CD Elemente moderner Arrangements, Spirituals, historischer Aufnahmen und Klassik verbindet. Die Lieder, zum Teil unter Mitwirkung der Witwe Coretta Scott King!) bringen vor allem die bekannten Texte von Martin Luther King zum Klingen. Sechs Bonus-Tracks mit Gospeltiteln unterstreichen die Bedeutung der Musik für die Bürgerrechtsbewegung. Über eine Stunde Hörgenuss ermöglichen, sich in die Stimmen und Stimmung der damaligen Zeit hineinzuversetzen. Sehr empfehlenswert! 

- Ho Che Anderson: Martin Luther King. Hamburg: Carlsen Verlag 2008, 248 S. ISBN 978-3551779618

Dieser Comic malt das Leben und Leiden Martin Luther Kings vor Augen und hat damit ein Meisterwerk des graphischen Erzählens geschaffen. Eine fantasievolle Sorgfalt und Sensibilität zeichnen die Zeichnungen aus, die – in einzelnen Passagen präsentiert – sowohl in Schule als auch Gemeinde überraschende Zugänge zur Person des Bürgerrechtlers bieten können. Sehr empfehlenswert!

- Blessed. Ein Projekt über Martin Luther King von cia Choir in action, Wetzlar: ERF Verlag 2003. ISBN 978-3-89562-825-2

Ein außergewöhnliches CVJM-Projekt, das mitreißende Gospel und einfühlsame Balladen mit Texten von Martin Luther King verbindet. Diese CD zeigt beispielhaft, wie junge Menschen für eine Auseinandersetzung mit christlichen Worten und Werten angeregt werden können. Nachahmenswert!

- Axel Wostry: CD Wissen. Kämpfer für den Frieden: Mahatma Gandhi, Albert Schweitzer, Nelson Mandela, Martin Luther King, Audio Verlag 2008. ISBN 978-3-93960-660-4

In nur 17 Minuten wird ein Portrait Martin Luther Kings gezeichnet, das zwar entsprechend knapp ausfällt, an dem aber Mitarbeitende Gefallen finden werden, die nach einem geeigneten kurzen Impuls suchen. Empfehlenswert!

 

 

Top Ten - Neue Reihe für Projekte, AGs und Ganztagsschulangebote

ReinerAndreasNeuschaefer | 18 Dezember, 2008 00:00

Innovativ, informativ, interessant 

Der Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen, hat sich an eine innovative Reihe herangewagt mit dem Titel "Top Ten". Dabei geht es nicht um die "zehn wichtigsten Themen" in der Schule, sondern um Top-Themen, die Kinder "um die zehn Jahre" - also Viertes bis sechstes Schuljahr - nicht vorenthalten werden sollten.  (weiter)

"Das brennt mir auf der Seele" - neues Handbuch Schulseelsorge

ReinerAndreasNeuschaefer | 25 November, 2008 21:10

Es gibt Vieles, was einem in der Schule auf der Seele brennen oder zu Herzen gehen kann. Ein Handbuch zu Fragen der Schulseelsorge haben jetzt Ralf Koerrenz und Michael Wermke, Professoren für Historische Pädagogik bzw. Religionspädagogik in Jena, herausgegeben und in einem eindrücklichen Werk hervorragende Beiträge versammelt. Hier eine ausführliche Buchbesprechung: (weiter)

Auf Biegen und Brechen - zu einer dunklen Erziehungswirklichkeit in der DDR

ReinerAndreasNeuschaefer | 24 November, 2008 16:42

Dunkle Dinge werden gerne unter den Teppich gekehrt, um andere über diese Wirklichkeit hinters Licht zu führen ... Die Amadeu-Antonio-Stiftung, Berlin, macht auf Projekte aufmerksam, die sich gegen ein Vergessen und für ein Erinnern einsetzen. Dazu gehört auch, dass auf die repressive Erziehungswirklichkeit in der DDR hingewiesen wird, zum Beispiel auf den Geschlossene Jugendwerkhof Torgau/Sachsen. In diese Disziplinierungseinrichtung konnte jeder junge Mensch eingeliefert werden, der aus politischen oder religiösen Gründen gegen die DDR-Ordnung verstioßen hatte ... Mehr dazu inklusive einem Hinweis auf eine sehenswerte Dokumentations-DVD unter folgendem Link:

 (weiter)

Weihnachten - eine Erfindung? Buchbesprechung

ReinerAndreasNeuschaefer | 21 November, 2008 17:50

Anna-Katharina Szagun: Papa erfindet Weihnachten

Jena: IKS Garamond 2008, 56 Seiten. ISBN 9783938203750

Eine weihnachtliche Entdeckungsreise 

Mit diesem kleinen Büchlein kann man sich auf eine weihnachtliche Entdeckungsreise mit Anna-Katharina Szagun begeben. Die pensionierte und passionierte Religionspädagogin aus Rostock, schafft es, ganze verschiedene Zugänge zur Weihnachtsbotschaft und zur Weihnachtsgeschichte selbst zur Sprache zu bringen. Eher meditative Texte oder Bilder kommen dabei ebenso zum Tragen wie eine längere moderne Erzählung, die deshalb überzeugen kann, weil sie sehr dialogisch aufgebaut ist. Daneben werden Lieder, Brauchtum, Veranschaulichungsanregungen und verschiedene Handlungsimpulse sowie Hintergrundinformationen vorgestellt.

Annäherungen und Anregungen 

Alles das wird bereichert durch einfache Illustrationen aus der Feder von Dorothea Brandt und durch Kinderzeichungen einiger Enkelkinder der Autorin. Schade ist, dass nicht auch moderne Lieder zum Zug kommen. Als wenn die Zeit stehen geblieben wäre bei "Wisst ihr noch, wie es geschehen" von Hermann Claudius ... Schön sind die kleinen Annäherungen und Anregungen an die eigentliche Weihnachtserzählung, z.B. durch die fantastischen Fotos mit den Veranschaulichungen anhand von Spielfiguren, die in der Seele junger Menschen sicherlich ihre Spuren hinterlassen können.

Es gibt auch neuere exegetische Einsichten 

Dafür sind die historischen und bibelexegetischen Ausführungen einfach und auf einem älteren Stand der 1970er Jahre, der vor allem vor einer historischen oder wörtlichen Auffassung von Weihnachten warnt. Als wenn mit dieser Hermeneutik schon viel gewonnen wäre ... Wem dies nichts ausmacht, macht in diesem flüssig geschriebenen Buch manch schöne Entdeckung für den Alltag im Advent und darüber hinaus.

Alles in allem eine kleine, hilfreiche Handreichung für Familie, Schule und Gemeinde, von der man nicht zu viel erwarten sollte, aber auch nicht zu wenig!

Porno- und Sex-Seh(n)-Sucht bei Kindern und Jugendlichen

ReinerAndreasNeuschaefer | 21 November, 2008 16:57

Aus Angst vor Nähe sucht mancher Jugendliche die Nähe ... 

Unter der Hand kommt es natürlich auch im Lehrerzimmer zur Sprache. Doch wäre es nötig auch im pädagogischen Alltag die Sex- und Pornosucht von Kindern zur Sprache zu bringen. Hier einige Gedanken zur Diskussion:  (weiter)

Weniger ist mehr - vor Weihnachten ist Advent!

ReinerAndreasNeuschaefer | 20 November, 2008 17:17

Weniger ist mehr

Mit Kindern im Advent unterwegs zur Heiligen Nacht

Von einer Besinnung zur nächsten hetzen ... 

Eine Pfarrerin klagte: „Jetzt kommt wieder die Zeit, wo man von einer Besinnung zur nächsten hetzt!“ Die Vorstellung vieler Termine und Feiern war ihr ein Gräuel, sie ahnte etwas vom Geheimnis des Advent: „Weniger ist mehr!“ – es kommt nicht darauf an, großartige Dinge zu erleben, zu gestalten oder zu vollbringen. Es bringt viel mehr etwas, wenn etwas Ruhe und Besinnung Tag für Tag zum Tragen kommen.

Am Anfang des Kirchenjahres 

Statt belastender und zeitaufwendiger Dinge sind einzelne, entspannende Akzente im Alltag viel mehr wert. Sie signalisieren: der Anfang des Kirchenjahres und damit quasi der „Vorweihnachtszeit“ ist nicht von Leistung, Perfektionismus oder Besitz bestimmt, sondern von den vielen kleinen Momenten, in denen man sich auf sich und auf das Wesentliche besinnt und gegenseitig beglückt! Adventszeit ist ja ursprünglich eine Zeit der Buße und Besinnung: Will ich das neue Kirchenjahr mit Altlasten beginnen? oder zähle ich auf die alte Botschaft von der entlastenden Gnade? Will ich so tun, als wenn nichts wäre? oder vertraue ich darauf, dass mein Leben auch als Fragment fantastisch sein kann?

Zeit miteinander teilen und gestalten

Das, was sonst oftmals den Alltag bestimmt, einfach einmal beiseite lassen - das ist allerdings nichts, was man mit einem Mal lernen kann. Das ist eine Kunst, die Zeit braucht und tagtäglich einzuüben ist. Hilfreich sind dafür die kurzen abgestimmten gemeinsamen Augenblicke, die einfach (!) zu genießen sind. Erzählen, musizieren, basteln, singen, backen und Kerzenziehen gehören zu den bewähren Klassikern der Adventszeit, die nicht unbedingt neu zu erfinden, aber immer wieder neu gut zu finden und zu entdecken sind. So hat es für viele Familien Tradition, gemeinsam mit anderen in der Kirchengemeinde oder Nachbarschaft sich zum Binden und Schmücken eines Adventskranzes zu treffen. Damit man sich in der kalten Jahreszeit nicht nur in die eigenen Vier Wände zurückzieht, haben viele Gemeinden den „lebendigen Adventskalender“ entdeckt, bei dem man sich tagtäglich vor einem anderen Haus zu einer kurzen Besinnung, Punsch und Plätzchen trifft. Dies wird inzwischen von Werberingen der Städte aufgegriffen und kommerzialisiert. Die Chance dieser „lebendigen Adventskalender“ ist, dass man an andere denkt, sie besucht und über die Kälte hinaus auch noch ganz anderes miteinander teilt.

Lichtblicke im Advent

Dabei lebt die Adventszeit von den kleinen Zeiten, die man sich nimmt, und von den Zeichen und Ritualen, die sich von selbst ergeben und von alleine leben. Eine erhellende Geste ist beispielsweise das Anzünden von Kerzen: Einzelne Stabkerzen mit den Zahlen 1 bis 24 können ebenso das Warten verkürzen wie Kerzen, die beim Herunterbrennen diese Zahlen verschwinden lassen oder umgekehrt (von 24 bis zu 1) vor Augen führen, wie viel Wartezeit bis Weihnachten noch vor einem liegt. Immer mehr Verbreitung finden „candlelight-calendar“ mit einer dekorativen Würfelkerze für jeden Adventstag. Alles das signalisiert: das Warten hat auch ein Ende! Dieses Warten wird auch erleichtert, indem man nach und nach eine Krippe aufbaut. Statt mit klassischen Holzfiguren lassen sich auch mit modernen Spielfiguren (Lego u.ä.) biblische Szenen nachstellen.

Bei alledem kann man sich die Adventszeit mit Hausmusik oder Singen so verschönern, dass alte Lieder („Es kommt ein Schiff geladen“) und neuere Lieder („In der Weihnachtsbäckerei“) die Generationen miteinander verbindet.

Vorweihnachtszeit = Vorlesezeit 

Doch vor allem ist die Vorweihnachtszeit Vorlesezeit. Dabei spielen nicht nur die Inhalte der Texte eine Rolle, sondern auch die Atmosphäre beim Lesen. Es gibt Bücher, die sogar wie Adventskalender aufgebaut sind: Statt Schokolade findet man darin jeden Tag eine Geschichte oder ein Kapitel oder ein Bild. Man lässt sich etwas vorlesen und hört beim Plätzchenbacken weihnachtliche Hörbücher oder CDs. Mit Kleinigkeiten kann eine kuschelige Atmosphäre gezaubert werden, die zugleich etwas von dem Geheimnisvollen des Advents spüren lassen kann: Kissen, Decken und eine stimmungsvolle Lichtquelle. Später wird das Kind mit dem Lesen immer diese schöne Situation und die positiven Gefühle verbinden! Im Internet gibt es darüber hinaus ansprechende „sprechende“ oder „klingende“ Audio-Adventskalender oder solche als Podcast (http://www.podventskalender.de). Für Kinder entscheidend ist jedoch, dass sie etwas in die Hand bekommen und spielerisch begleitet werden oder etwas sinnlich genießen können. Diesem Bedürfnis kommen klassische Adventskalender mit Schokolade oder Süßigkeiten entgegen, aber auch Adventskalender, die Spielfiguren (z.B. von Playmobil), ansprechende Bilder oder Magnetfiguren enthalten oder sogar von den Eltern für ihre Kinder mit Überraschungen gefüllt wurden. Und auch dabei gilt: Weniger ist manchmal mehr!

Literatur

Apel, Guido: Freu dich auf Weihnachten. Magnetischer Adventskalender, Holzgerlingen 2008

Bestle-Körfer, Regina / Lohf, Sabine / Stollenwerk, Annemarie: Fantasiewerkstatt Advent. Mit Kindern spielen und gestalten, Christophorus Verlag 2005

Bosmans, Phil / Grün, Anselm u.a.: Für jeden leuchtet ein Stern. Weihnachtliche Texte, Freiburg: Herder 2008 

Nordqvist, Sven: Morgen, Findus, wird’s was geben, München: dtv 2008

Pusch, Magdalene: Wie Weihnachten!? Drei Religionen und ihre Freudenfeste, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2007 (Religionsunterricht primar) 

Scheer, Bettina / Gulden, Elke: KliKlaKlang-Geschichten zur Advents- und Weihnachtszeit, Leipzig: Don Bosco 2. Aufl. 2007

Szagun, Anna-Katharina: Papa erfindet Weihnachten, Jena: IKS Garamond 2008

   

Der große Ploetz - eine fantastische Fundgrube für Fakten und Fragen rund um Geschichte

ReinerAndreasNeuschaefer | 16 November, 2008 22:30

Es ist großartig, wenn der große Ploetz plötzlich völlig neu bearbeitet erscheint und ihm zu bescheinigen ist, wirklich auf dem neuesten Stand zu sein und seinen Stand als zuverlässiges Nachschlagewerk in punkto Geschichte zu verteidigen. Auch für Kirchengeschichtler und Theologen erweist sich "Der große Ploetz" als fantastische Fundgrube für Fakten und Fragen rund um historische Belange!

Die Aktualisierungen beziehen sich nicht nur auf die Aufnahme der neuesten und allerneuesten Entwicklungen in der Politik und Gesellschaft bis hin zu den fernsten Ländern, sondern auch in einem detaillierten Einblick in den derzeitigen Forschungsstand. Auch die über 200 farbenprächtigen Karten und über 250 genauen Graphiken, Tabellen und Genealogien entsprechen den Ansprüchen modernen Lay-outs, das insgesamt lesefreundlich und großzügig ist. Der Vierfarbdruck auf hochwertigem Papier ist gestochen scharf und erleichtert einem durch angenehme Farbwahl und durch den zweispaltigen Satz die Orientierung innerhalb des Buches. Zu Letzterem trägt auch ein über einhundert Seiten starkes Personen-, Sach- und Ortverzeichnis am Ende der Enzyklopädie bei, ergänzt durch eine Bibliografie und Abbildungsnachweise.

 

Der große Vorteil des großen Ploetz ist seine klare Struktur, die ihm eine enorme Übersichtlichkeit und Überschaubarkeit trotz der Überfülle an zu berücksichtigenden Fakten und Zahlen verleiht: So gliedert sich die Aufführung der Ereignisse nach den üblichen historischen Epochen sowie nach Regionen, Reichen und Staaten. Bei alledem geht es jedoch nicht in erster Linie um eine Auflistung, sondern auch um das Aufzeigen von Zusammenhängen und Klärung von Begriffen, Situationen und Institutionen.

Die über achtzig Historikerinnen und Historiker habe eine überraschende Überarbeitung erstellt, die sich auf hohem wissenschaftlichem Niveau bewegt und zuverlässige Information sowie größtmögliche Lesefreundlichkeit bietet.

Nicht zuletzt das Lesezeichen ist ein Zeichen dafür, wie viel der Verlag in das Werk zu investieren bereit war! So ist dem Verlag nicht nur eine Krönung bisheriger Auflagen geglückt, sondern auch eine einmalige Zusammenstellung historischer Höhen und Tiefen in ihrer Fülle!

Ein besonderes Bonbon ist, dass dieses Nachschlagewerk für nachhaltiges Wissen noch bis Ende Dezember zu einem erheblich günstigeren Preis zu haben ist und sich damit hervorragend für den eigenen oder fremden Gabentisch eignet ... 

 

Intereuropäisches Religionsbuch für Schule und Gemeinde

ReinerAndreasNeuschaefer | 11 November, 2008 00:04

Es gibt immer wieder Überraschungen auf dem Buchmarkt - auch im religionspädagogischen Bereich. Mit dazu gehört für mich das Religionsbuch, das mehrere osteuropäische Länder und Deutschland miteinander verbindet unter dem Titel: miteinander feiern - voneinander wissen.

Helmut Hanisch; Dieter Reiher: miteinander feiern - voneinander wissen, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2008

Dieses schmale, aber inhaltsreiche und internationale Buch macht Ökumene auch religionspädagogisch und konzeptionell lebendig. Es verhilft zu einer Begegnung, die Verstehen, Verständigung und Verständnis ermöglicht - auch über Grenzen von Staaten und religiösen Sozialisationen hinweg!

Ein Wagnis!


Dabei ist dieses Buch ein gewagtes Experiment - so wie jede Begegnung ein Wagnis ist! Schülerinnen und Schüler aus mehreren europäischen Staaten (Deutschland, Polen, Slowakei, Tschechien und Ungarn) arbeiten quasi mit dem gleichen Schulbuch in ihrer jeweiligen Muttersprache. Darüber hinaus bekommen sie mit, wie unterschiedlich und doch ähnlich Glaube gelebt werden kann.

miteinander und voneinander

Entsprechend ist der Titel des Buches gestaltet: im Vordergrund - zuerst - steht das "miteinander" und am Ende ist man schlauer: "wissen". Dazwischen steht das "feiern" und ein "voneinander". So gerahmt ist reliöse Bildung auf einer guten Basis und kann helfen, insgesamt über das Leben im Bilde zu sein! 

Aktuelle Akzente

Dazu ist das Buch sinnvoll und ansprechend in neun Kapitel unterteilt, die deutlich den christlichen Glauben und seine Ausdrucksformen in den Mittelpunkt stellen - allerdings nicht ohne die Lebenswelt junger Menschen vor Augen zu haben. Entlang des Kirchenjahres werden wichtige Einsichten und Einblicke vermittelt, wobei auffällig ist, dass nicht nur Bisheriges neu aufgewärmt wurde, sondern tatsächlich neue Ansätze zu den jeweiligen Themen gewählt wurden. So ist zum Beispiel selbstverständlich der sog. "Weltgebetstag der Frauen" mit in den Kirchenjahreskreis eingezeichnet, ebenso "Sommercamps" bzw. "Freizeiten" und die "Friedensdekade".

bereichernd

Insgesamt ist das überaus preiswerte Buch also eine rundum gelungene Bereicherung des Schulbuchmarktes und der Literatur zum Konfirmandenunterricht.

Vom Anfang der Welt und der Bibel

ReinerAndreasNeuschaefer | 12 Oktober, 2008 00:00

Von Anfang an ansprechend - eine neue Unterrichtshilfe von Martina Steinkühler für die Grundschule und das 5./6. Schuljahr. Eine Buchbesprechung. (weiter)

«zurück   1 2 3 4  vor»