Reiner Andreas Neuschäfer freut sich darüber, wenn im Leben junger Menschen Religion zum Tragen kommt.
Dabei bringt er selbst gerne Kinderbibeln ins Spiel und nimmt sie unter die Lupe, denn: nicht überall, wo Kinderbibel drauf steht, ist auch eine Bibel für Kinder drin. Er beschäftigt sich mit neueren Medien, Methoden und Menschen, die Religionsunterricht erleben:
Was bewegt sie?
Was kommt zum Zug?
Was kommt zu kurz?
Darüber hinaus beschäftigt er sich kirchenhistorisch mit Personen wie Matthias Claudius, Jochen Klepper oder Dietrich Bonhoeffer und der Frage, wie mit jungen Menschen, Trauer und Tod zur Sprache gebracht werden können. Dabei spielt natürlich auch Schulseelsorge eine Rolle.
Er wohnt mit seiner Ehefrau Miriam und den sechs Kindern Jannik Jonas, Fenja Miriam, Ronja Ellen, Jarrit Josias, Jannis Joshua und Sinja Berit im Rheinland.
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Arm dran - vielfältige Anregungen zur Auseinandersetzung mit Armut
ReinerAndreasNeuschaefer | 17 Juni, 2010 14:45
Volker Schwarzkopf:
Arm dran. Kopiervorlagen zum Thema Armut, Reichtum und Teilen, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010. ISBN 978-3-525-77647-6. 16,90 €
Aktuell
Armut und soziale Ausgrenzung ist zum Thema dieses Jahres bestimmt worden. Bestimmt kann, wer diese Thematik aufgreifen möchte, mit diesem Material des Förder- und Hauptschullehrers aus Essen viel anfangen. Doch nicht nur das Thema ist aktuell, sondern auch die Materialien sind unverbraucht und auf aktuellem didaktisch-methodischen Stand.
Vielfältige Aspekte und unterschiedliche Lernzugänge
Der Autor versteht es, die vielfältigen, facettenreichen Aspekte der Armut-Thematik so zur Sprache zu bringen, dass junge Menschen sensibel werden und angeregt werden, in vertiefter Weise sich Fragen rund um Armut zu stellen. Es stellt sich dabei als vorteilhaft heraus, dass der Autor unterschiedliche Lernzugänge anregt und verschiedene Lernarrangements ermöglicht. Schon hierdurch wird deutlich, dass das Thema "Armut, Reichtum und Teilen" kein leichtes oder leicht zugängliches Thema ist.
Mehr als Arbeitslosigkeit und Eine-Welt
Es gelingt Volker Schwarzkopf gekonnt, Armut auch in religionspädagogischer Hinsicht ins Spiel zu bringen. Damit geht er weit über das hinaus, was sich sonst an Arbeitshilfen rund um Armut im religionspädagogischen Bereich findet, in denen es oftmals lediglich um Fragen von Gerechtigkeit, Eine-Welt-Fragen und Arbeitslosigkeit geht und religiöse Aspekte eher einseitig einbezogen werden.
Fragen der kulturellen Armut, Erfahrungen, Projekte, Fremdenfeindlichkeit, Obdachlosigkeit kommen ebenso zum Zug wie klassische Aspekte der Eine-Welt-Problematik.
Das Material eignet sich sowohl für den Religions- und Ethikunterricht, als auch für Arbeitsgemeinschaften oder Projektwochen.
Eine überaus empfehlenswerte Arbeitshilfe, die durch ihre Sorgfalt und Vielfalt rundum überzeugt!
- http://www.v-r.de/de/autoren/8298345/ (über den Autor)
Taufe - ganz schön (stressig)
ReinerAndreasNeuschaefer | 11 Juni, 2010 17:28
Die Taufe ist ein schöner Hinweis darauf, dass wir im Leben getragen und geborgen sind. Hier einige Einsichten:
Sich mit dem Himmel
beschenken lassen
Der Taufe auf der Spur
Die Taufe ist schön
Die Taufe an dem Baby war soeben
vollzogen, da zog mein dreijähriger Sohn durch das Kirchenschiff nach vorne. Er
stellte sich neben mich ans Taufbecken und reckte den Daumen nach oben nach dem
Motto „prima“, „gut-gemacht!“ oder „schön!“. Ein Schmunzeln ging durch das
Kirchenschiff. „Taufe ist schön!“ hatte ich zuvor in der Taufansprache betont,
und eben nicht: eine Taufe ist „ganz schön stressig“, wie das manche
Familie erlebt. (weiter)
Zinzendorf praktisch - ein praktisches Buch!
ReinerAndreasNeuschaefer | 06 Mai, 2010 23:17
Rezension zu
Peter Zimmerling: Ein Leben für die Kirche. Zinzendorf als Praktischer Theologie, Göttingen: Vandenhoeck & Ruprecht 2010, 226 Seiten. ISBN 978-3-525-57009-8, 19,90 €
Zinzendorf-Kompendium
Dieses Buch ist eine Art Kompendium zu Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf, dem Begründer der Herrnhuter Brüdergemeine. Alles Wissenswerte um die Person und das Wirken des Grafen ist hier ansprechend und verständlich zur Sprache gebracht.
Autoren: Experten rund um die Herrnhuter
Neben Peter Zimmerling, Prof. für Praktische Theologie in Leipzig, kommen mit Dietrich Meyer und Peter Vogt weitere kompetente Autoren zu Wort, die ihre Einsichten und Einblicke rund um Losungen, Herrnhut und Co eindrücklich zu Papier bringen. Einerseits geht es um kompaktes Grundlagenwissen, andererseits darum, die Aktualität von Nikolaus Ludwig Graf von Zinzendorf vor Augen zu malen.
Dies erfolgt in neun Abschnitten:
1. Zur Predigt
2. Zur Liturgie
3. Zur Hymnologie
4. Zur Seelsorge
5. Zur Katechetik
6. Zum Gemeindeaufbau
7. Zum Amtsverständnis
8. Zur Spiritualität
9. Zu den Losungen
Umfassend und klar gegliedert
Diese klare Systematik macht Zinzendorf als Praktischen Theologen in historischer wie aktueller Perspektive deutlich und hilft so, sich über einzelne Themen gesondert zu informieren. Darin zeigt sich auch das Besondere dieses Buchs, dass es nicht nur informiert, sondern auch erfrischende Ausblicke und Impulse für die heutige kirchliche Situation vorstellt. Insbesondere Peter Zimmeling gelingt es, die Reformimpulse aus dem 18. Jahrhundert für das Heute fruchtbar zu machen, wenn er beispielsweise meint, zu missionarischen Zwecken eine Urlaubslosung für die drei Sommermonate herauszugeben, um Menschen so die Bibel schmackhaft zu machen. In die gleiche Kerbe schlägt die Forderung nach dem täglichen Abdruck der Losungen in der Bildzeitung.
Lust auf mehr!
Dieses Buch ist ein angenehmer Appetithappen für ein%2
ZweítausendZEHN und die ZEHN Gebote - Poporatorium von Dieter Falk
ReinerAndreasNeuschaefer | 16 Januar, 2010 00:02
Am 17. Januar ist die Uraufführung des Musicals bzw. Pop-Oratoriums "Die Zehn Gebote" der Autoren Dieter Falk und Michael Kunze in der Westfalenhalle Dortmund. Dieses Projekt der Evangelischen Kirchen im Rheinland und in Westfalen ist ein Beitrag zur Kulturhauptstadt Ruhr 2010.
Hier einige Einschätzungen und Einblicke:
Text: Gut mit kleinen Schwächen
Dieses Pop-Musical zu den Zehn Geboten behandelt eigentlich die Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zu den Zehn Geboten mit dem Schwerpunkt auf den Mose-Erzählungen und der Befreiuung aus Ägypten.
Der Text ist insgesamt gut - mit einigen Überraschungen, aber auch etlichen Schwächen in den Reimen wie "Mütze - Pfütze" oder dem Pharao, "der an den Fingernägeln kaute" u.a. Manche Reime wirken primitiv bis peinlich, sind aber immer "gut gemeint", weil es dem Autor nach eigener Aussage mehr um Unterhaltung als darum ging, sich an die Biblische Vorlage zu halten. Doch das lässt sich übersehen, wenn man die anderen Texte im Auge hat, die in erster Linie Gefühle, Gedanken und Stimmungen vor Augen haben.
Chorstimmen überzeugen
Die Musik ist bestens arrangiert mit schönen rockigen Balladen und bassbetonten Songs. Deren Vielfalt ist ansprechend, hätte aber auch ausgeprägter sein können. Ein Sahnestück ist da das Lied des Pharaos, bei dem stimmgewaltig und ironisch mit einer großen Prise Humor der Text in Töne verwandelt wird. Auch das Lied Nr. 12 "Gott kennt den Weg, auch wenn es dunkel wird" beschreitet inhaltlich wie musikalisch einen besonderen Weg, indem der Widerspruch und Widerstand gegen Gläubige relativiert und in einen größeren Zusammenhang gestellt wird.
Der "Schlusschoral" mit seinen Gospelmomenten ist mitreißend und begeisternd. Mit dazu tragen bei die gewaltigen Chorstimmen. Über zweitausend Sängerinnen und Sänger stehen auf der Bühne. Hier überzeugen vor allem die Männerstimmen mit stimmigen Charakterstimmen!
Kinderstimmen ausbaufähig
In Frage zu stellen ist evtl. die Besetzung des Erzählers mit Kinderstimmen. Diese sind zwar selber gar nicht übel (wenn auch ausbaufähig), doch wirken sie zumindest in der CD-Fassung unpassend, zumal hier Kinder den Erwachsenen etwas erzählen, wobei doch eigentlich die Erwachsenen zumeist den Kindern etwas erzählen ...
Doch das sind nur Peanuts und trüben den Gesamteindruck keineswegs!
Für die jüngere Zielgruppe dürfte es interessant sein, dass Zipporah, die Frau des Mose, von Bahar aus dem Trio Monrose gesungen wird. Der Schauspieler Otto Sander interpretiert die Stimme Gottes. Als Erzähler treten die Kinder Paul Falk und Yosefin Bouhler auf, die in der RTL Show Supertalent im Finale standen.
Insgesamt empfehlenswert
Auch wenn dieses poppige Musical zu den Zehn Geboten weder textlich (dort ist mehr Witz und Texteinfall zu finden) noch musikalisch (Variationsbreite ist hier größer!) mit dem vor einigen Jahren erschienenen Musical "Hoffnungsland" von Jürgen Werth und Johannes Nitsch wirklich mithalten kann, ist dieses Musical empfehlenswert für Menschen, die sich bei biblischen Geschichten gerne auch mal auf Seitenwegen oder Abwegen bewegen!
Weiterlesen
- Internetauftritt des Projekts
Mit der Möglichkeit der Kartenbestellung: www.die10gebote.de
- Wikipedia: Die 10 Gebote (Musical) - mehr
- Die zehn Gebote als Animationsfilm
Am 18. Februar startet als Bibelanimationsfilm für die ganze Familie "Die Zehn Gebote, Mose und das Geheimnis der steinernen Tafeln". Regie fühsrten Bill Boyce und John Stronach. Das Buch stammt von Ed Naha.
Als Synchronsprecher sind unter anderem beteiligt Ben Becker, Otto Sander und Sky Dumont.
Mehr Information: www.diezehngebote-derfilm.de
- Internetauftritt der evangelischen Kirchen zur Kulturhauptstadt 2010:
www.kirche2010.de
Gebetsruf und Glockengeläut - eine falsche Alternative?
ReinerAndreasNeuschaefer | 01 Dezember, 2009 22:35
Religionsfreiheit ist ein sensibles Gut, was zuletzt die Diskussion um das sog. Minarett-Verbot der Schweiz vor Augen geführt hat. Folgender Hinweis möchte zur Versachlichung beitragen und nicht Wasser auf intolerante Mühlen gießen ...
Der Gebetsruf des Muezzin vom Minarett wird oft mit dem Glockengeläut der Kirchen verglichen - auch in religionspädagogischen Veröffentlichungen.
Dr. Friedmann Eißler von der Ev. Zentralstelle für Weltanschauungsfragen hat sich in einem fundierten Beitrag diesem Gebetsruf und Glockengeläut gewidmet und kommt zu zum Teil überraschenden Ergebnissen: (weiter)
Gewalt in Einrichtungen für Kinder an und auf der Tagesordnung
ReinerAndreasNeuschaefer | 27 November, 2009 18:10
Gewalt gegen Kinder in Krippen, Kindergärten und Schulen
Gewalt gegen Kinder - das wird oft als Argument gegen eine Erziehung Zuhause ins Feld geführt nach dem Motto: die meisten Kinder seien besser in einer staatlichen Einrichtung als Zuhause versorgt. Doch so einfach sieht es in Wirklichkeit dann doch nicht aus: auch in Einrichtungen für Kinder ist Gewalt an der Tagesordnung, wie jetzt ein Fachkongress mit dem Titel "(Sexuelle) Gewalt gegen Kinder in gesellschaftlichen Einrichtungen" zur Sprache brachte, der am 5. und 6. November tagte.
Kein neues Thema
Zwar ist das Thema "(sexuelle) Gewalt" in Krippen, Kindergärten, Schulen, Jugendverbänden und Heimeinrichtungen nicht neu, kommt aber oft erst auf die Tagesordnung, wenn Übergriffe in der eigenen Institution öffentlich werden. Und gerade die Öffentlichkeit ist das, was die meisten Einrichtungen scheuen aus Angst vor möglichen Rufschädigungen. Dabei wäre es gerade für die Opfer wichtig, dass sie nicht im Nachhinein zum Täter gemacht werden, weil sie den Ruf einer Einrichtung beeinträchtigt hätten.
Grenzen als etwas Gesundes ins Spiel bringen
In den meisten Fällen von Gewalt geht es schlicht um Grenzüberschreitungen. Daher ist es wichtig, den Anfängen zu wehren und präventiv schon bei der Einstellung von neuen Mitarbeitenden ein Augenmerk auf Grenzüberschreitungen zu legen und schon in Einstellungsgesprächen Gewalt zur Sprache zu bringen.
Wo fängt Zivilcourage an?
Ein weiteres, wichtiges Instrument, um Missbrauch und Misshandlung in Krippen, Kindergärten usw. zu verhindern, ist die Partizipation junger Menschen in Einrichtungen. Wenn junge Menschen ernst genommen werden und sie die Chance haben, für eigene Interessen einzustehen und ihr Lebensumfeld mitzugestalten, fördert dies ein Klima der Wertschätzung, des Respekts und der Achtung sowie der Verantwortungsübernahme und damit der Zivilcourage.
Aufgabe von Religion auch Widerstand
Hier sind auch die kirchlichen Einrichtungen in die Pflicht genommen. Es gilt, sowohl den Kindern als auch den Eltern bzw. Erziehenden zu verdeutlichen, dass sie Unrecht beim Namen nennen dürfen. Religion sei nicht dazu da, zu beruhigen, sondern durchaus auch gegen Unrecht aufzubegehren und Widerstand einzuüben!
Zum Weiterlesen:
Fachkongress 2009: Institutionen - sichere Orte für Kinder? (Sexuelle) Gewalt gegen Kinder in gesellschaftlichen Einrichtungen"
Veranstalter: Bundesarbeitsgemeinschaft der Kinderschutz-Zentren
Information:
Globale Spiritualität - Utopien und Visionen sog. "spiritueller Meister"
ReinerAndreasNeuschaefer | 22 November, 2009 14:13
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Das Projekt bzw. die Idee eines sog. "Weltethos", das der Philosoph und Theologe Hans Küng angerollt hat, spielt in vielen religionspädagogischen Veröffentlichungen schon eine große Rolle. Kritiker des Weltethos-Gedankens wie Karl-Ernst Nipkow werden in ihrer gedanklicher Schärfe zumeist nicht wahrgenommen. Nun hat der ehemalige Chefredakteur des "Publik Forum" Christoph Quarch ein neues Projekt angestoßen und dazu ein Buch veröffentlicht, das man auch im Bereich von Kirche und Schule zumindest einmal wahrgenommen haben sollte:
CChristoph Quarch (Hg.): Unsere Welt ist heilig. Auf dem Weg zu einer globalen Spiritualität, Freiburg: Herder 2009, 200 Seiten, 16,95 €. ISBN 978-3-451-32661-5
Hier einige kritische Einschätzungen und Einsichten: (weiter)
Kinderbibeln am laufenden Band - Hinweise und Hilfen zur Einschätzung aktueller Bibeln für Kinder
ReinerAndreasNeuschaefer | 26 Oktober, 2009 18:34
Kinderbibeln am laufenden Band!
Hinweise und Hilfen zur Einschätzung aktueller Kinderbibeln
Kinderbibeln am laufenden Band ...
Seit der Wende sind über 200 neue Kinderbibeln auf den Büchermarkt gekommen. Viele kommen gut an, obwohl die Grenze zum Kitsch manchmal schnell überschritten ist. Andere verkaufen sich weniger gut – dabei haben sie in punkto Bibel Kindern ganz viel zu bieten und sind sowohl pädagogisch als auch theologisch sorgfältig gestaltet. Nicht jede Kinderbibel, die bei Erwachsenen gut ankommt, wird auch von den Kindern angenommen und oft in die Hand genommen.
Die ideale Kinderbibel, die jedem Kind und Erwachsenen gefällt, ist noch nicht vom Himmel gefallen.
Am besten ist, wenn ein Kind im Laufe seines Aufwachsens mehrere verschiedene Kinderbibeln zu Hause hat. Dann kann es unterschiedliche Kinderbibeln einsehen und dabei einsehen, dass jede Kinderbibel nicht die Bibel selbst ist, sondern immer eine Bibel-Bearbeitung.
Immer neue Kreationen an Kinderbibeln
Auf dem Kinderbibelmarkt fällt auf, dass immer neue Arten von Kinderbibeln kreiert werden. Zusatzangebote wie Malen, Basteln, Hör-CD oder Kinderbibeln als CD-ROM sind keine Ausnahme mehr. Kleinkinder werden verstärkt in Blick genommen. Für sie gibt es Bilderbücher zur Bibel, die man an den Buggy befestigen kann oder die aus extra strapazierfähigen Pappseiten gestaltet sind. Darüber hinaus sind immer mehr Sachbücher zur Bibel für Kinderhände auf dem Büchermarkt. Leider kommt bei den meisten neueren Titeln genau das zu kurz, was Kinderbibeln eigentlich ausmachen: eine gute, kindgerechte Erzählung, begleitet durch eine ansprechende Bebilderung.
Hinweise und Hilfen zur Einschätzung neuerer Kinderbibeln:
Die zweibändige Kinderbibel von Martina Steinkühler hat sich inzwischen bewährt und ist auch für ältere junge Menschen ansprechend gestaltet. Sie ist eine gute Ergänzung zu "normalen" Bibeln und kann gut im Klassensatz angeschafft werden. Seit kurzem gibt es sie bei www.Jokers.de für (eigentlich zu) wenig Geld: Martina Steinkühler: Wie Feuer und Wind/Wie Brot und Wein. Das Alte/Neue Testament Kindern erzählt, Göttingen 2005. Diese Kinderbibel ist sowohl theologisch als auch pädagogisch ein Juwel unter den neueren Bibeln für Kinder! Der Link zu jokers.de:
- http://www.jokers.de/suche/index.html?com=Steink%C3%BChler&f=search.getsearch&tracksearch=true&search.x=0&search.y=0
Wer für seine jüngsten Kinder eine belastbare Kleinkindbibel möchte, liegt mit der „Coppenrath Bibel“ von Jutta Bergmoser und Michaela Heitmann (Münster 2009) sicherlich nicht daneben. Sie ist ansprechend gestaltet und hat harte Pappseiten für kleine Kinderhände. Die Auswahl enthält 31 biblische Geschichten und hat seinen Schwerpunkt beim Neuen Testament (ca. 2/3 des Buches). Diese Kleinkindbibel mit ihren beachtlichen acht Zentimetern Dicke besticht durch die farbenfrohen Bilder und den einfachen Erzählstil.
Eine besondere Neuerscheinung unter den aktuellen Kinderbibeln ist die „Große Bibel für kleine Leute“ von Vreni Merz und Anita Kreituse (München 2009). Die Schweizer Erzählerin Vreni Merz hat feinfühlige Texte für junge Menschen verfasst, die durch einfühlsame Illustrationen der lettischen Künstlerin Anita Kreituse stilvoll ergänzt werden. Das Besondere dieser Kinderbibel ist, dass es zu jedem Abschnitt kurze Impulse oder Fragen zum Nachdenken oder Nachahmen gibt und die Illustrationen Raum für eigene Interpretationen lassen. In einem mit „Ausklang“ überschriebenen Abschnitt wird versucht, Kindern das Entstehen der Bibel selbst nahe zu bringen. Ein farbiges Lesebändchen ergänzt eine hochwertig ausgestattete und sorgfältig gestaltete Kinderbibel, die bei Grundschulkindern sicher gut ankommen wird.
„Die große Kinder-Bibel" von Karin Jeromin (Stuttgart 2009) wendet sich an Kinder ab dem 4. Schuljahr und bietet insgesamt 125 Passagen der Bibel mit einer Unmenge an Erklärungen und Erläuterungen. Das reichhaltige Bild-, Foto-, Karten- und Illustrationsmaterial (über 500 Darstellungen!) ist zwar insgesamt überzeugend. Allerdings sind sehr viele historisch-kritische Hinweise einseitig und lassen (zu) wenig Spielraum für eigene Einschätzungen des Textes durch die Kinder. Die Kraft des Erzählens spielt in dieser Kinderbibel überhaupt keine Rolle, da lediglich der Text der römisch-katholischen Einheitsübersetzung geboten wird. Als Sachbuch zur Bibel allerdings sehr zu empfehlen, nicht jedoch als Kinderbibel …
Überraschend anders ist dagegen „Die Erzählbibel“ von Werner Arthur Hoffmann (Wesel, 2009). Mehrere Höspiel-CDs bringen sowohl spannend als auch einfühlsam biblische Erzählungen zur Sprache. Das Arrangement entspricht den Hörgewohnheiten junger Menschen, bietet auch ein Lied und ist dialogisch angelegt: der Erzähler Jonathan malt Kindern nicht nur die Geschichten vor Augen, sondern beantwortet auch deren Fragen und streut Informationen zur biblischen Lebenswelt ein. Ein eindrückliches Hörerlebnis, das für Kinder schon ab 6 Jahren ausdrücklich zu empfehlen ist. Bisher sind fünf CDs mit alttestamentlichen und Jesus-Geschichten erschienen.
Martina Steinkühler: Wie Feuer und Wind. Das Alte Testament Kindern erzählt, Göttingen 2005. ISBN 9783525615867 (unter www.jokers.de)
Martina Steinkühler: Wie Brot und Wein. Das Neue Testament Kindern erzählt, Göttingen 2005. ISBN 9783525615874 (unter www.jokers.de)
Jutta Bergmoser / Michaela Heitmann: Die Coppenrath-Bibel für die Kleinen, Münster 2009. ISBN 9783815792735
Vreni Merz / Anita Kreituse: Große Bibel für kleine Leute, München 2009. ISBN 9783466368440
Karin Jeromin: Die große Kinder-Bibel: Menschen, Geschichten und Lebenswelten des Alten und Neuen Testaments, Stuttgart 2009. ISBN 9783460245068
Werner A. Hoffmann: Die Erzählbibel. Folge 5: Rebekka und Isaak, Wesel 2009. ISBN 9783937240862
Du sollst nicht ehebrechen - was sollen uneheliche Kinder dazu sagen?
ReinerAndreasNeuschaefer | 25 Oktober, 2009 22:43
Eine Studie des Leibniz-Instituts für Länderkunde ergab, dass 57 % der Kinder in Ostdeutschland unehelich geboren werden, während die Quote im Westen nur bei 25 % liegt und in Teilen Bayerns und Baden-Württembergs sogar nur bei 15 Prozent.
Damit gehören eheliche Kinder im Osten Deutschlands mittlerweile zu einer Minderheit. (weiter)
Erntedank in der Schule?!
ReinerAndreasNeuschaefer | 30 September, 2009 17:10
Erntedank - ein Fremdwort?
Wenn ich an Erntedank in der Schule zur Sprache bringen, fallen den Schülerinnen und Schülern immer zuerst Felder, Früchte und Fragen zur Schöpfung ein. Dabei haben die wenigsten von ihnen noch direkt etwas mit Erntedank zu tun. Sie kaufen viel lieber einen Snack oder bei Mäckes als frisches Brot oder Obst. Auch das Pausenbrot hat nur noch selten diesen Namen verdient. Das "gesunde Schulfrühstück" ist nicht selten in der Hand von Nestle & Co - übrigens nicht nur bei den reicheren Schülern, sondern auch bei denen, die Adressaten der neueren Initiative für gesunderes Essen sind!
Veränderte Wahrnehmung
Trotzdem möchte ich mir das Erntedank-Fest nicht nehmen lassen. Es signalisert etwas davon, dass nicht alles machbar ist. Und dass Dankbarkeit damit anfängt, etwas mit gütigen Augen zu betrachten bzw. überhaupt erst einmal wahr zu nehmen.
Und das fängt eben nicht erst beim Essen und Trinken an. Das fängt mit dem Leben von Anfang an an: dass ich Geschöpf bin, dass ich mein Leben anderen verdanke, dass das Leben zu achten und zu feiern ist.
ERntedank auf dem Friedhof
Darauf mache ich meine Schülerinnen und Schüler gerne aufmerksam und gehe selber mit gutem Beispiel voran. Letztens ging ich tatsächlich voran und führte einen 11er Kurs Religion auf einen nahe gelegenen Friedhof. Dort befand sich in der Nähe ein Kindergrabmal "Sternschnuppe" mit vielen - auch religiösen - Symbolen. Und dieses "besuchten" wir schlichtweg.
Damit fing eine andere Wahrnehmung des eigenen Lebens an: dass mein Leben von Anfang an gefährdet war und im Grunde genommen noch immer ist!
Wir nahmen die Einzelheiten und das Gesamt des Kindergrabmals für ungeborene oder früh verstorbene Kinder wahr. Und wir sprachen darüber. Aber wir schwiegen auch. Und manche weinten Tränen nicht nur nach Innen ...
Ein Schüler meinte in der nächsten Stunde, dass er den ganzen Tag über noch an den Besuch gedacht hatte und ganz neu und dankbar auf sein Leben geblickt hat.
Für mich war das eine schöne Ernte meines eigenen Religionsunterrichts. Und ich werde zu Erntedank auch für eine solche Ernte im schulischen Alltag dankbar sein!
Das Ende von Frau und Mann? Genderforschung von einer anderen Seite unter die Lupe genommen ...
ReinerAndreasNeuschaefer | 24 September, 2009 00:02
Klenk, Dominik (Hg.): Gender Mainstraming.
Das Ende von Mann und Frau?", Gießen: Brunnen-Verlag 2009, 176 Seiten, € 9,95
Gender
Mainstreaming taucht inzwischen unentwegt in den Medien
und auch in der Religionspädagogik auf. Im Rahmen der EU-Gleichstellungspolitik ist Gender Mainstreaming inzwischen im Gesetz
fest verankert. Doch die Erwähnung bringt noch lange keine Klärung, was genau dahinter steckt. Das Buch „Gender
Mainstreaming. Das Ende von Mann und Frau?“, herausgegeben von Dominik
Klenk, behandelt diese Frage aus einer (!) christlichen Sicht.
(weiter)
Deutschland gospelt - und die Schule auch?!?
ReinerAndreasNeuschaefer | 17 Juli, 2009 00:00
Bei einer Trauerfeier für Michael Jackson wurde "We will going to see the king" gesungen - auch wenn hier mit King nicht der King of Pop, sondern Jesus Christus gemeint war, ist auch dies ein Indiz für die Popularität der Gospel. Dies bestätigt eine neue Gospel-Studie der EKD. (weiter)
Krisenkompass für die Schule - Hilfestellung und Einladung
ReinerAndreasNeuschaefer | 13 Juli, 2009 00:01
Krisenkompass. Orientierung für den Umgang mit schweren Krisen im Kontext Schule, Bern: Schulverlag 2009. ISBN 978-3-292-00558-8
Handbuch und Ringbuch
Dieses Handbuch bietet all das, was von einem hochwertigen Krisenkompass zu erwarten ist. In überaus angemessenem und angenehmem, großzügigen Lay-out öffnet sich dem Leser/der Leserin ein Ringbuch voller Annäherungen und Anregungen hinsichtlich krisenhafter Momente im Schulalltag.
Krise: mehr als Tod und Trauer
Dass es dabei nicht ausschließlich um Tod oder Amoklauf geht, sondern alltägliche Dimensionen von Krise zum Tragen kommen, trägt erheblich zur Praxis- und Alltagstauglichkeit dieses rundum gelungenen Werkes bei. Beispiellos ist die Sensibilität und Sorgfalt in der Sprache und die Aktualität der Literatur- bzw. Internetangaben oder -hinweise. Die einzelnen Passagen (Register) sind für sich herausnehmbar und je für sich ansprechend gestaltet.
Sechs Teile mit alltags- und praxistauglichen Hilfen
Der erste Teil nähert sich dem Phänomen Krise in vielfältiger Weise und zeigt den Facettenreichtum von Krisen auf. Es geht von Vandalismus bis hin zur Verhaltenssucht, von Handy-Pornografie bis zu Essstörungen.
Der zweite Teil befasst sich konkret mit dem Tod in seinen vielen Dimensionen und Auswirkungen. Es geht nicht "nur" um den Tod von Schülern/innen, sondern auch von Lehrkräften und anderem Schulpersonal oder Angehörigen. Hier werden die aktuellen Erkenntnisse der Trauerpsychologie und -pädagogik bestens berücksichtigt. Auch der nächste Abschnitt ("Abschied") bringt sämtliche Aspekte zur Sprache und bietet handhabbare Hilfen! Auch Teil 4 ist auf aktuellem Stand der Forschung und stellt eine Fülle auch theoretischer Gesichtspunkte dar. Als eine Art "Notfallkoffer" fungiert der fünfte Abschnitt unter dem Stichwort "Notfall". In jedem Fall gehört dies zum Standardwissen jeder Schulleitung, was hier gerafft und gekonnt zur Sprache kommt. Hier werden auch medienpädagogische und medienrechtliche Dinge angesprochen und Beispielbriefe dargeboten.
Teil 6 stellt eine Fundgrube für Annäherungen und Anregungen im Falle eines Krisenfalles dar. Ansprechend werden hier Literarische Texte, Gebete, Liedertexte, Rituale, Symbole, Kreativimpulse, Fotos u.a. in Szene gesetzt.
Nicht alles und nicht immer bestens, aber immerhin besser bewältigen!
Ein rundum ansprechender Begleiter, der wie ein Kompass eine Orientierung geben kann. Gehen muss man manchen schweren Weg durch den Schulalltag zwar selbst, aber eben nicht alleine!
Eine rundum gelungene Neuerscheinung in großzügiger und inhaltsreicher Aufmachung. Zugleich eine Einladung dazu, Krisen als besondere Herausforderung im Alltag zu sehen, die nicht immer bestens, aber mit einer solchen Hilfe eben zumindestens besser bewältigt werden kann!
Überaus empfehlenswert!
Wiedervereinigung oder Fortsetzung? Anregungen zur aktuellen deutschen Geschichte
ReinerAndreasNeuschaefer | 09 Juli, 2009 16:29
Wiedervereinigung - ist das ein passender Titel zu den Ereignissen nach dem Herbst 1989?
Eine neue Unterrichtshilfe klärt und bietet Klärungen rund um Fragen zur Deutschen Wiedervereinigung!
Didaktisch durchdacht und methodisch mehrdimensional nimmt Dr. Martin Jander (Historiker und Journalist aus Berlin) einen an die Hand und bietet neben historischen auch religionspädagogisch relevante Impulse und Informationen.
Die Bibel als Manga-Comic - genial und gut oder gewöhnungsbedürftig?
ReinerAndreasNeuschaefer | 07 Juli, 2009 00:09
Manga-Bibel
Die Bibel: Konzept und Zeichungen: Siku; Text: Akinsiku, aus dem Englischen von Frank Neubauer, Köln: Egmont 2007
Die Bibel in neuem Kleid?
Die Auffassung, die Bibel in moderner Aufmachung nahebringen und damit von angeblichem Staub und von Befremdungen befreien zu müssen, ist weder neu noch modern. Und doch gibt es immer wieder neue Variationen neuer Varianten der Heiligen Schrift!
Manga-Bibel
Seit kurzem macht die sogenannte "Manga-Bibel" von sich reden - entworfen vom Manga-Profi Siku. (weiter)
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